WER STECKT DAHINTER:

Foto von Ara Martin



JULIANE MECKERT (*1982, Leipzig) ist freie Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin (BUT®) mit interkultureller Kompetenz in Berlin. Sie studierte Schauspiel am Mozarteum Salzburg und arbeitet – sowohl auf als auch hinter bzw. vor der Bühne. Stationen waren u. a. Festspielhaus Hellerau, Steirischer Herbst, Mica Moca, Sophiensäle, Lofft, das Theater, Theater Discounter, Humboldtforum  und das Staatsschauspiel Dresden. Sie ist und war Teil der Kollektive Fritzpunkt, internil, wilde pferde, collective bleeding und WESSER | MECKERT. Ihre Theaterstücke setzen sich mitgesellschaftspolitischen Themen auseinander, darunter Næste Station Stengårdsvej (2021, collective bleeding) zu dänischen Ghetto-Gesetzen, Gefährten (2021) über Mensch-Tier-Beziehungen, “WIR KRIEGEN EUCH ALLE!” (2022, WESSER I MECKERT) über die Baseballschlägerjahre und Unser Land (2023) zum sorbisch-deutschen Verhältnis. Ihre Arbeit ist geprägt von ortsbezogenen, performativen und partizipativen Formaten in Zusammenarbeit mit sogenannten „Experten des Alltags“ und mit einem Fokus auf Raum, Ritual, Erinnerung und Transformation.





KATRIN WITTIG, kommt aus Ost-Berlin und ist Bühnenbildnerin, Kostümbildnerin und Theaterpädagogin (BuTh in Ausbildung). Mit ihren Entwürfen schafft sie oft akustische und visuelle Gemeinschaftsräume für Besucherinnen und Spielerinnen. Sie ist weiterhin Gründungsmitglied des Performancekollektivs Futur II Konjunktiv, Teil des Künstlerkollektiv Weile.KunstundKlima.org und entwickelte mit STADTundZUKUNFT.org ein eigenes Format, das in verschiedenen Kulturprojekten künstlerische und kulturelle Perspektiven auf eine nachhaltige Stadtentwicklung
bietet.





PHILINE STICH (*1992 Leipzig) ist studierte Bühnen- und Kostümbildnerin (KHB Weißensee) und wirkt seit über 10 Jahren in der freien Szene, als Performerin, Regisseurin, sowie Lichtdesignerin und im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. In ihrer Arbeit als Künstlerin, legt sie Wert auf den Aufbau von kollektiven, demokratischen, sowie feministischen Strukturen, um eine prozessorientierte und gemeinschaftliche künstlerische Praxis zu ermöglichen. Dabei interessiert Sie sich, für theatrale Experimentierräume, die die ästhetische Praxis politischen Theaters erforscht, verbunden mit der Suche nach gesellschaftlichen Widersprüchen, Reibungspunkten und deren Bewegung zur Veränderung hin. Sie ist Teil des Fabriktheater Moabit Kollektivs, dass seit 2019 die Räumlichkeiten in der Kulturfabrik mit immersiven Performances bespielt und mit einem interkulturellen Programm kuratiert. Seit 2023 baut sie gemeinsam mit dem Fabriktheater Moabit schulische Kooperationen und theaterpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche weiter aus und übernimmt zukünftig die kulturelle Leitung deer Kinder- und Jugendarbeit der Kulturfabrik Moabit.

Foto von Joachim Gern



ALEXANDRA FINDER, wurde 1977 in Ost-Berlin geboren, studierte an der Ernst-Busch Schauspielschule und später Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Soziologie an der Goethe Universität in Frankfurt/M. Unter ihrer Künstlerischen Leitung entwickelte sie 2022 die Site-Specific Performance SEID DOCH LAUT in der Stasi-Zentrale Berlin über die DDR-Oppositionsgruppe „Frauen für den Frieden“. Neben ihren Gastengagements als Schauspielerin am Deutschen Theater, dem Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Saarbrücken, Teatr Nowy in Poznan u.a., arbeitet sie in der Freien Szene (Sebastian Blasius; Futur-II-Konjunktiv) und stand für diverse Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera wie den Grimme Preis gekrönten Film BRINKMANNS ZORN und den auf den 70. Filmfestspielen Venedig prämierten Film DIE FRAU DES POLIZISTEN, für den sie als Hauptdarstellerin mehrmals ausgezeichnet wurde.






STEFAN KREIßIG, ist 1977 in Ost berlin geboren. Er ist Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter und Koch.. Nach seinem Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar Wien war er unter anderem am Wiener Volkstheater, dem badischen Staatstheater Karlsruhe und dem Landestheater Rudolstadt engagiert. Als künstlerischer Leiter des Reaktioinsraum e.V. wanderte er von 2010 bis 2020 mit seiner Theatergruppe durch die ländlichen Gebiete Südthüringens. Seit 2020 ist er Mitglied der Leitung der Brotfabrik Bühne. Außerdem arbeitet er als Regisseur, Sprecher und Performer in vielen verschiedenen Projekten. Kennzeichnend für seine Arbeiten sind Zugänglichkeit, Humor und gesellschaftliche Relevanz.

Foto: Verena Hahn



ALEXIS LUDWIG, geboren 1978 in Leipzig/DDR, wohnt seit 2013 in Köln, wo er als Musiker, DJ und Elektroniktüftler lebt, seine Instrumente selbst herstellt und zumeist solo, im Sinne der Site-specific performance, in Kaufhäusern, auf Bühnen und an Schnellstraßen auftritt. Hinter der seit 2018 kontinuierlich weiterentwickelten Kunstfigur Graneg Sandpapier veröffentlicht er Tonträger und betreibt das Micro-Label Eremitenteam und kuratiert die „Eremitenteam presents:“ Konzertreihe. Seit 2023 arbeitet er zusammen mit Juliane Meckert an dem Projekt Ensemble Dégénéré, bei dem eine Mischung aus Hörspiel, Improvisation und konkretem Geräusch als Bühnenprogramm und Audio-Feature entsteht. Wie nahezu alle seine Arbeiten setzt sich auch dieses Projekt mit den Begriffen Zeit und Zone aus einer historischen und gesellschaftlich relevanten Perspektive auseinander.





„HANS NARVA, der Stasi besser bekannt als Hans Tomato, war seit frühester Jugend ein Geisterfahrer auf der Straße der Staatsräson.“ Der Multi-Instrumentalist Hans Narva gründete noch zu DDR-Zeiten Herbst in Peking - eine Band, die vom offiziellen Spielbetrieb der Kulturbehörde ausgeschlossen war. Mit „(Wir leben in der) Bakschisch-Republik“ geht ein ganz zentrales Stück der Wendejahre auf ihr Konto. In den Neunzigern prägte Narva mit den Inchtaboktables dann weit mehr als nur die Indieszene (...). Alles, was Hans Narva anfasst, besitzt seine unverkennbare Soundsignatur. Zeitlos verbindet jene schwermütige wie sehnsuchtsvolle Gitarrenstücke mit Streichern, manchmal findet auch eine elektronische Komponente ihren Platz. Dieser Songwriter besitzt die Kraft, einem immer wieder den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Hans Narva müsste eigentlich eine Actionfigur sein. Die Intensität seines Charismas und seiner Musikalität werden nur noch von dem Flackern in seinen Augen übertroffen. Ist das jetzt Feuer oder Wahnsinn? Wenn Narva nicht als Geisterfahrer unterwegs ist oder wahnsinnig ums Feuer springt, dann produziert und begleitet Narva Projekte der freien Theater, Amateurmusiker*innen oder gestaltet das Sounddesign für verschiedene Anlässe. Mit seiner Produktionsfirma tönen! sound-musik-farben GmbH hat er ein Werkzeug entwickelt, mit dem er in der Lage ist, verschiedene Dienstleistungen für die unterschiedlichsten Begebenheiten anzubieten.

Foto Credit: Luis Castilla



ESTHER GEYER, *Almería (Spanien), ist freischaffende Künstlerin, Körpertherapeutin sowie Tanz- und Theaterpädagogin. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Tanz und Theater, Bühne und öffentlichem Raum, mal als Schauspielerin, (Stelzen-)Tänzerin, (Aerial-) Performerin oder Choreografin.
Als Mitbegründerin des Stelzen-Tanz-Kollektivs DANZANKÓ bringt sie Poesie in Bewegung auf die Schauplätze. Sie ist Teil des Theater Ensembles Grotest Maru und kooperierte 2023 mit Wesser/Meckert. Sie tourte international (China, Mexico, Spanien, Italien, Brüssel, Polen, etc), ua als Moderatorin von Science Slams für das Deutschland-Mexiko-Jahr 2017. Seit 2019 erweitert sich ihre Arbeit um den therapeutischen Aspekt. 2024-2025 war sie als Kreativtherapeutin an der psychosomatischen Klinik Heiligenfeld in Berlin tätig.





KATHLEEN BREDENBECK, studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Als Regisseurin arbeitete sie u. a. am Schauspiel Düsseldorf, beim Festival de Liège und am Jungen Theater Leipzig. In Performance- und Kunstprojekten entwickelte sie prozessorientierte, partizipative Formate. Heute verbindet sie somatische Körperarbeit mit einer equinen Praxis und erforscht Wahrnehmung, Präsenz und Handlungsfähigkeit im Beziehungsraum zwischen Mensch und Pferd.





EVA WEIBEL, (*1994, Bern) ist eine in Berlin lebende Tänzerin, Choreografin und künstlerische Produktionsleitung. Ihre künstlerische Praxis setzt sich aus queer-feministischer Perspektive kritisch mit gesellschaftlichen Dynamiken und Ungleichheiten auseinander. Als Gründungsmitglied des Berliner collectif blitzbereit und des Berner Kollektivs konstant*labil setzt sie sich für interdisziplinäre, kollaborative Ansätze sowie experimentelle Bühnenformate in der Kunstproduktion ein. Seit 2020 arbeitet sie als Produktionsleitung für beide Kollektive, seit 2024 zusätzlich für Gastspiele mit Wesser/Meckert.





MANDY TRÖGER, studierte im Bachelor nordamerikanische und westasiatische Geschichte sowie Soziologie an der Universität Erfurt. Für ihren Master in American Studies ging sie an die Universität von Amsterdam, wo sie nach ihrem Studium als Nachrichtenredakteurin arbeitete. Sie promovierte 2018 am Institute of Communications Research (ICR) der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) mit einer Dissertation über die DDR-Pressetransformation. Diese erhielt den Dissertations-Nachwuchsförderpreis der Fachgruppe Kommunikationsgeschichte der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikations-wissenschaft (DGPuK). Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland arbeitete Mandy Tröger am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität in München und am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Von 2023 bis 2025 war sie im Rahmen einer Walter Benjamin-Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DfG) an der Universität Tübingen tätig, wo sie sich im Januar 2026 habilitierte. In ihrer Habilitationsschrift befasst sie sich mit „Kritischen Theorien zur Analyse der Transformation von Medien und Kommunikation“. Im Juli 2026 tritt Mandy Tröger die von der Wallenberg-Stiftung geförderte Stelle einer Assoziierten Professorin an der Södertörn-Universität in Stockholm an.  Seit 2017 ist sie Mitglied des Organisations-Teams des Netzwerks Kritische Kommunikations-wissenschaft (KriKoWi) und seit 2022 stellvertretende Vorsitzende der Gruppe Politische Ökonomie der International Association for Media and Communication Research (IAMCR). Seit 2024 ist sie außerdem Mit-Herausgeberin der Journalistik, einer Fachzeitschrift für Journalismusforschung. 

Mandy Trögers Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Medien- und Kommunikationsgeschichte, Transformation von Medien- und Kommunikationssystemen und Kritischer Theorie. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Rolle der Treuhandanstalt in der Privatisierung der DDR-Presse; künftig arbeitet sie an einer Kommunikationsgeschichte der NATO.





und viele mehr...

Jetzt!Jetzt!Trafo! GbR

Die Jetzt!Jetzt!Trafo! GbR hat sich für dieses Projekt zusammengefunden.

Zum Zwecke der Konzeption und Produktion von Theaterstücken, Ausstellungen, Konzerten und  Kunst- und Kulturprojekten ohne eigene Spielstätte wurde die Jetzt! Jetzt! Trafo! GbR gegründet. Die Gesellschaft versteht sich als freies, interdisziplinäres Produktionslabel für künstlerische und kulturelle Projekte an der Schnittstelle von Theater, Performance, Musik, Bildender Kunst und kultureller Bildung. Sie realisiert ortsspezifische und gesellschaftlich relevante Arbeiten in Zusammenarbeit mit professionellen Künstlerinnen unterschiedlicher Sparten sowie mit Expertinnen des Alltags. Ziel ist es, künstlerische Formate zu entwickeln, die aktuelle gesellschaftliche Themen sinnlich erfahrbar machen, Diskurse anregen und Teilhabe ermöglichen.

Das Team der Jetzt! Jetzt! Trafo! GbR besteht aus:

  • Juliane Meckert – Schauspielerin, Regisseurin u. Theaterpädagogin (BuT®), 
  • Katrin Wittig – Bühnen- u. Kostümbildnerin, Theaterpädagogin
  • Alexis Ludwig – Soundkünstler u. Musiker


Das Team arbeitet interdisziplinär und projektbezogen; die Professionen fließen gleichberechtigt in die künstlerische Entwicklung und Umsetzung der Arbeiten ein. Die Finanzierung erfolgt projektbezogen über öffentliche Fördermittel, Stiftungen und Kooperationen mit Kulturinstitutionen; eine institutionelle oder jährliche Regelförderung besteht derzeit nicht. Der Hauptsitz der Gesellschaft befindet sich in der Hermannstraße 158, 12051 Berlin (z. H. Juliane Meckert); eine Zweigstelle der GbR befindet sich in Köln (z.H. Alexis Ludwig).


VERRAT (AT)

„ES HÄNGT EIN GRAUSCHLEIER ÜBER DER STADT“ 

Ein performativ-dokumentarisches Langzeitprojekt zu Verrat, Vertrauen und den Nachwirkungen der DDR-Staatssicherheit bis in die Gegenwart.